Die erste Saison meiner Trainerlaufbahn, begann im Sommer 2015 unter merkwürdigen Bedingungen.
Mein Kollege und ich kamen auf das Sportgelände und wurden von dem Co-Trainer unseres Vorgängers empfangen.

Dieser überreichte uns einen Schlüssel für das Gelände und zeigte uns „unsere“ Ballkiste.

„So fängt das also an. Knapp 20 Kinder und fünfzehn Bälle…“

 

Als ersten Gegner in der Vorbereitung und somit als ersten Gegner der Karriere konnte ich den SV Waldhof Mannheim organisieren.

Die kuriosen Umstände rund um das Spiel gehören zum Glück nicht zum Alltag und so konnten wir die 2:4 Niederlage auch ohne Probleme wegstecken. Unsere Jungs bestanden gegen das Perspektivteam vom Alsenweg. Erst der dritte Anzug musste sich klar geschlagen geben.

 

Da wir zwei Mannschaften gemeldet hatten, entschieden wir uns dazu die Teams nicht nach Jahrgang sondern nach Leistung zu trennen. Der Sohn meines Mitstreiters gehörte zum älteren Jahrgang somit war klar, dass ich die zweite Mannschaft übernehmen würde.

Die Spieler des älteren Jahrgangs waren zahlenmäßig recht wenige, weswegen mein Team hauptsächlich aus ehemaligen F-Jugend Spielern bestand und aus bis zu zwei Spielern des älteren Jahrgangs welche es nicht in die erste Mannschaft geschafft hatten.

Drei starke Spieler des jüngeren Jahrgangs halfen der E1 im Kampf um die Krone der Hinrunde.

In der letzten Saison schloss die E-Jugend als Sieger der Vor- und Rückrunde ab. Somit wurde Eppelheim als Topteam in eine Gruppe mit anderen starken Mannschaften gesteckt. Mit der TSG Rohrbach, der SGK Heidelberg, dem ASC Neuenheim und dem TSV Wieblingen stand das Who-is-Who des Heidelberger Kreises auf unserem Tableau. Somit gingen wir als zweite Mannschaft als Underdog in die Hinserie.

 

Das erste Pflichtspiel als Trainer fand direkt an einem Dienstag-Abend auswärts statt. Hauptsächlich mit Spielern die in der Vorbereitung im Urlaub waren und welche mich somit noch nicht 100% kannten. Mit dem TSV Wieblingen ging es gegen einen Gegner, welcher klar der Favorit in dieser Begegnung war. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Meiner überragenden Torhüterin war es zu verdanken dass wir am Ende nur mit 2:4 gegen klar bessere Gegner baden gingen. Der Gegner war uns körperlich und spielerisch überlegen. Die spielerische Überlegenheit können wir wegtrainieren, die körperliche Unterlegenheit ist das Eppelheimer Dauerproblem der nächsten Jahre. Mein erster offizieller Torschütze (zum 1:3) war übrigens Furkan. Der mittlerweile seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat…

 

Für das erste Pflicht-Heimspiel kam der FC Badenia St. Ilgen nach Eppelheim. Diese hatten sich am ersten Spieltag ebenfalls mit einer Niederlage rumplagen müssen. Man unterlag Handschuhsheim.

Vier Tage nach unserer Auftaktniederlage kam das Spiel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Eine weiter Trainingseinheit konnte keine Wunder bewirken. Zumindest fußballerisch sah man eine eindeutige Steigerung.

Wir belagerten das Gästetor und kombinierten uns schön bis in den Strafraum. Leider konnten die Jungs kein Kapital daraus schlagen. Eine direkt verwandelte Ecke kurz vor der Halbzeit drehten den Spielverlauf auf den Kopf.

Mit einem 0:1 gingen wir in die Halbzeitpause. Nach einer kurzen Halbzeitansprache ging es weiter. Abenteuer, Dauerfeuer hieß das Motto. Nach insgesamt sechs Aluminiumtreffern ging uns die Luft aus. Mit einem Torschuss gewannen die Gäste und nahmen die drei Punkte mit nach Hause. An diesem Tag bekam ich das erste Mal zu spüren, was es heißt draußen machtlos zu sein.

 

Das kommende Spiel gegen die TSG Rohrbach führte uns vor Augen welche Sonderheiten es im Jugendfußball gibt. Da die TSG Rohrbach vier Mannschaften gemeldet hatte spielten wir nicht wie bisher gewohnt gegen starke Team aus dem jüngeren Jahrgang sondern gegen ein Team welche nur aus 2005er bestand, welche es nicht in die erste Mannschaft geschafft hatten. An den Ergebnissen sah man diesen Unterschied auch. TSG II war bis dahin ungeschlagen (2 klare Siege). Wir standen also vor unserer bis dahin größten Aufgabe.

Beeindruckt von der körperlichen Überlegenheit des Gegners, verlor mein Team jegliches Zutrauen in sein Können. Somit gingen wir nach 25 Minuten mit einem 0:4 in die Halbzeitpause. An diesem Tag habe ich meine bisher lauteste Halbzeitansprache gehalten. Positiv und unterstützend. Mit draufhauen erreicht man so oder so nichts.

Wie verwandelt kamen wir aus der Halbzeitpause und drückten einen sichtlich überraschten Gegner hinten rein. Die Gäste kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte. Leider reichte es nur noch zu zwei Treffern auf unserer Seite. Trotzdem spürte die Mannschaft, dass ein Aufgeben unter mir als Trainer keine Möglichkeit ist. Mit erhobenem Haupt nahmen wir unsere dritte Niederlage hin.

 

Für den vierten Spieltag fuhren wir nach Mönchzell. Bis dahin mit einer ausgeglichenen Bilanz gesegnet. Besonderheit hier ist schnell erklärt. Meckesheim-Mönchzell hatte nur eine Mannschaft gemeldet und war somit die einzige „erste“ Mannschaft im Verbund der zweiten Mannschaften (bis dahin). Da unsere erste Mannschaft spielfrei war, konnte ich endlich voll aus meinem 2006er Jahrgang schöpfen und nahm mir den Luxus zwei Jungs aus dem älteren Jahrgang mitzunehmen. Der Unterschied war sofort spürbar. Die Umsetzung meiner Vorgaben und das vorhandene Selbstvertrauen verhalfen uns zu einem ungefährdeten Auswärtssieg. Das war das Zeichen, welches wir gebraucht haben. Auch für mich die Bestätigung, dass ich nicht vieles falsch gemacht habe.

 

In den beiden folgenden Spielen ging es gegen den am Ende Tabellenersten und Tabellenzweiten. Neuenheim und Kirchheim waren für uns einfach zu stark. Ohne Unterstützung der anderen 2006er waren wir machtlos. Immerhin ließen wir uns nicht „abschlachten“.

 

Im letzten Spiel ging es gegen die DJK RW Handschuhsheim. Mit dem Luxus alle 2006er und den Torwart der 2005er im Team zu haben, gingen wir voller Vorfreude in dieses letzte Heimspiel vor der Winterpause. Bei eisigen Temperaturen schlugen wir den bis dahin ungeschlagenen Tabellendritten mit 5:2. An diesem Tag wurde deutlich, was möglich wäre wenn wir nach Jahrgängen und nicht nach Leistung getrennt hätten.

 

Am Ende war die Hinserie sehr lehrreich. In der Rückrunde weichten wir die Trennung etwas auf. Leider spielten wir trotzdem sehr selten „im Jahrgang“ (siehe Rückrunde 15/16).

Unterjährig siegten wir noch bei Testspielen in Plankstadt und Schwetzingen. Die Hallenrunde (Jahrgänge getrennt) konnten wir als Zweiter abschließen und konnten einige Hallenturniere erfolgreich gestalten.

Für die Rückrunde erwartete uns ein heißer Tanz mit knappen und spannenden Spielen…

Zwischenzeitlich hatten wir 42 Kinder im Training. Das Trainerteam war in dieser Hochphase mit Frank, Alex, René und mir sehr gut aufgestellt. Trotz der schwierigen sportlichen Lage, machte mir das Amt als Jugendtrainer Spaß und ich konnte mir vorstellen das ganze vielleicht etwas länger zu machen…

Abschlusstabelle Hinrunde 2015/2016


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